ALTE BIBEL

Projekt   Umgestaltung Stadtpark „Alte Bibel“ Bernburg
Auftraggeber   Stadt Bernburg/ Saale Grünflächenamt
Ort   Stadt Bernburg, Sachsen
Planungszeitraum   2016–2017
Bau   2017–2019
Fertigstellung   2019
Leistungsumfang   Planung und Bauleitung (Lph 1 – 8)
Bausumme   1,4 Mio Euro
Größe   5,4 ha
Auszeichnung   Erster Preis, Wettbewerb 2015


Der im Volksmund geprägte Name des Bernburger Stadtparks „Alte Bibel“ bezieht sich auf die vielen Bibelsprüche auf den Grabsteinen des ehemaligen Bürger- und Residenzfriedhofs und heutigen Stadtparks.
Auf dem ehemaligen Friedhof fanden im Jahr 1552 die ersten Beisetzungen statt. Zuvor hatte Fürst Wolfgang der Stadt Bernburg dieses Gelände zum Geschenk gemacht. Bis dahin gab es für die Bergstadt einen innerstädtischen Friedhof an der Schlosskirche. Bis heute erinnern noch mehrere Relikte an die Vergangenheit des Parks, so die 1743 erbaute barocke Friedhofskapelle und einige erhaltene Gräber, wie das Grabmal der Familie Ummendorf aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – eines der bedeutendsten Grabdenkmäler des Klassizismus in Sachsen-Anhalt. 1886 begannen erste Umgestaltungen vom Friedhof zum Park. Die Mystik die den Park durchströmt ist konzeptioneller Bestandteil der neuen Parkgestaltung. Die als Kristalle gestaltete Leuchtbänke erinnern an den Kalibergbau Bernburgs und stärken die atmosphärische Wirkung der Parkanlage in den Abendstunden.
Der heutige Stadtpark ist wegen seiner geschichtlichen und kulturell-künstlerischen Bedeutung ein geschütztes Baudenkmal. Typologisch geht er auf das archaische Grundprinzip des Hortus Conclusus zurück. In seiner ursprünglichen, althochdeutschen Bezeichnung „frithof“ beschreibt dieser einen eingefriedeten Hof, einen Garten des Friedens. Der mit einer Mauer und einer steilen Böschung eingefriedete, nur punktuell zugängliche Stadtpark entspricht dem klassischen Archetyp des Urgartens. Die „Alte Bibel“ ist ein neuer Garten Eden.

to top